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Zum Ende der Seite springen Schwefelwasserstoff im Boden chemisch erzeugen, es geht gegen Engerlinge
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tiger12 tiger12 ist männlich
Quark


Dabei seit: 26.09.2011
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Beruf: landwirt
Dein "Chemiewissen": Dr. rer. nat.

Schwefelwasserstoff im Boden chemisch erzeugen, es geht gegen Engerlinge Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Es ist eine Frage aus der sehr praktischen Chemie. Engerlinge, die Larven des Maikäfers, richten in der Landwirtschaft riesige Schäden an. Sie leben im Boden und fressen die Wurzeln der Pflanzen, die daraufhin absterben. Sie sind äußsert restent gegen physikalische und chemische Einwirkungen, Selbst Kalkstickstoff, Branntkalk und Chemische Pflazenschutzmittel lassen sie ziemlich kalt.

Eine alte Methode soll aber sehr wirksam sein. Weißer Ackersenf (eine Gründüngungspflanze, grün tief untergepflügt, zusammen mit etwas Kalk und Gips läßt im Boden Schwefelwasserstoff entstehen, ein tödliches Gas. Welches aber langfristig ohne Folgen bleibt und keine Rückstände hinterläßt. Im Verhältnis zu anderen probierten Verfahren der Bekämpfung soll die Wirkung bei 100 % liegen und die Umweltfreundlichkeit ebenfalls.

Nun zur Frage: Weißer Senf ist nicht immer verfügbar, Gips läßt sich ackerbaulich schlecht gleichmäßig ausbringen. Gibt es andere gängige Chemikalien, die getrennt ausgebracht, nach Einarbeitung, zusammen mit dem Bodenwasser für eine starke Freisetzung von Schwefelwasserstoff sorgen?

Es wäre die erste umweltverträgliche Bekämpfung dieses übelsten Schädlings überhaupt und wohl auch die erste wirksame überhaupt.

Das Problem ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung.


Über Antworten würde ich mich sehr, sehr freuen.
26.09.2011 20:28 tiger12 ist offline E-Mail an tiger12 senden Beiträge von tiger12 suchen Nehmen Sie tiger12 in Ihre Freundesliste auf

JM_turbo   Zeige JM_turbo auf Karte
Neutron


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Ich sehe spontan leider keine Möglichkeit, H2S (Schwefelwasserstoff) im Boden ohne biochemische Prozesse wie in der Senfpflanze herzustellen, man müsste sulfide, also die salze des Schwefelwasserstoffs mit einer säure kombinieren, allerdings sind die sulfide selbst auch schon sehr giftig.
27.09.2011 16:32 JM_turbo ist offline E-Mail an JM_turbo senden Beiträge von JM_turbo suchen Nehmen Sie JM_turbo in Ihre Freundesliste auf

tiger12 tiger12 ist männlich
Quark


Dabei seit: 26.09.2011
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Beruf: landwirt
Dein "Chemiewissen": Dr. rer. nat.

Themenstarter Thema begonnen von tiger12
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Danke für die Antwort.

Andere Möglichkeiten gibt es nicht?

Das ist ja schade. Kannst du dir denn zusammenreimen, was der grün eingearbeitete Senf, der Kalk und der Gips zusammen im Boden anstellen, sprich, wie die Reaktion abläuft?

Und eine Zusatzfrage: Es muss ja nicht unbedingt Schwefelwasserstoff sein, es reicht eigentlich auch jedes andere tödliche Gas, das für eine gewisse Zeit den Boden flutet und das man aus preiswerten und frei verkäuflichen Zutaten herstellen kann. CO2 ist allerdings wohl nicht geeignet.

Hat jemand da eine Idee?

Ist NH3 ein tödliches Gas? Hab mal meine Nase zu dicht über eine Flasche gehalten, das war gar nicht emphfehlenswert. Das müßte sich doch aus einem ammoniumhaltigen Dünger und Branntkalk im Boden herstellen lassen.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von tiger12: 28.09.2011 12:15.

28.09.2011 11:30 tiger12 ist offline E-Mail an tiger12 senden Beiträge von tiger12 suchen Nehmen Sie tiger12 in Ihre Freundesliste auf

Tango   Zeige Tango auf Karte Tango ist männlich
Neutron


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Arbeitgeber: BASF SE
Beruf: Azubi
Dein "Chemiewissen": Laborant 2. Lehrjahr
Herkunft: Mittelhessen

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Hi

Eine kleine Einschätzung meinerseits:

Viele für den Menschen giftige Stoffe sind für Kleinstlebewesen überhaupt nicht giftig. Blausäure oder Kohlenmonoxid beispielsweise binden beim Menschen an die roten Blutkörperchen und verhindern Sauerstoffaufnahme, der Mensch stirbt.
Engerlinge haben keine roten Blutkörperchen, diese Stoffe sind für sie weitestgehend ungiftig.

Ob Ammoniak Giftwirkung entfaltet kann ich nicht sagen, hier sind die Biologen unter uns gefragt.:ueberleg:

Funktionieren könnten acide Gase oder Flüssigkeiten, die direkt das Körpergewebe angreifen, aber diese greifen dann natürlich auch den Menschen an, und wenn das Umweltbundesamt kommt um 5 Kubikmeter mit Salzsäure kontaminiertes Gelände auszuheben, könnte das für den betroffenen ganz schön teuer werden, von der Strafanzeige ganz zu schweigen.

Was denke ich funktionieren könnte und "relativ" harmlos ist, ist konzentriertes Wasserstoffperoxid (35%). Es greift das Gewebe an und zerstört es, es zersetzt sich mit der Zeit wobei nur Wasser und Sauerstoff entstehen.

Aber Achtung! Es ist dennoch vermutlich eine Straftat das Zeug freizusetzen! Darüber hinaus kann man sich damit auch selbst ganz gut verätzen, und es greift jedes Gewebe an, sprich der Rasen und die Rosen sind danach tot und gebleicht.....

Von essentieller Bedeutung ist vermutlich auch, wann man das Gift ausbringt. Schwefelwasserstoff bewirkt garantiert nichts mehr wenn die Engerlinge sich schon eingesponnen haben, dann hilft höchstens noch Chlorgas, das hilft übrigens im gleichen Maße gegen die lästigen Nachbarn zwinker

Soviel zu meinen Überlegungen,

gruß, Tango

__________________
(\__/)
(O.o )
(> < )
This is Bunny, on his way to world domination

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Tango: 28.09.2012 09:11.

28.09.2012 09:02 Tango ist offline E-Mail an Tango senden Beiträge von Tango suchen Nehmen Sie Tango in Ihre Freundesliste auf

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