Komplexbindungen

Der große Bereich der Komplexbindungen kann an dieser Stelle nur gestreift werden. Deren Erforschung hat der Chemie aber ganz wesentliche Fortschritte auf Gebieten wie der Färbung von Textilien, der Metallurgie, der Elektrochemie, der Biochemie etc. zu verdanken. Die ersten fundierten Untersuchungen stammen von dem Schweizer Chemiker Alfred Werner, der 1893 seine bis heute weitgehend gültigen Erkenntnisse veröffentlicht hat. - Bei den Komplexbindungen handelt es sich um Verbindungen höherer Ordnung. Komplexverbindungen werden auch Koordinationsverbindungen genannt.


Im Gegensatz zu den Verbindungen erster Ordnung (Atom-, Ionen- sowie Metallbindung) handelt es sich bei Verbindungen höherer Ordnung um zusammengesetzte, teilweise sehr kompliziert gebaute Moleküle. Allgemein gesprochen bestehen Komplexverbindungen aus einem Zentralatom, an das mehrere Moleküle - sog. Liganden - angelagert sind. Die Komplexmoleküle werden entweder durch koordinative Bindungen oder elektrostatische Wechselwirkungen zusammengehalten.


Als Zentralatome können sowohl nichtmetallische Elemente (z.B. Schwefel, Bor oder Chlor), als auch Metalle (z.B. Kupfer, Eisen, Cobalt etc.) auftreten. Hierbei wird deutlich, daß bei einer koordinativen Bindung das bindende Elektronenpaar:

- vom Zentralatom stammt, wenn dieses ein Nichtmetallatom ist,

- und von den Liganden, wenn das Zentralatom ein Metallatom ist.

 

Die Anzahl der Liganden, die dem jeweiligen Zentralatom zugeordnet sind, wird mit der sog. Koordinationszahl angegeben.


Generell kann man folgende Typen von Komplexbindungen unterscheiden:

- Ion-Ion-Komplexe,

- Ion-Dipol-Komplexe und

- Chelatkomplexe.